Gelebtes Brauchtum

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Gelebtes Brauchtum

Maibaumaufstellen im Tölzer Land

Das Maibaumaufstellen hat in Bayern eine lange Tradition. Schon von Weitem kann man den imposanten Maibaum erblicken, der sich vielerorts im Ortskern, in der Nähe eines Wirtshauses oder Kirche befindet.

Bereits Wochen vorher beginnt die Planung mit der Suche nach einem geeigneten Baum. Ist dieser gefunden, wird er gefällt und die Baumrinde entfernt. Mancherorts wird der Maibaum erst am Tag des Maibaumaufstellens gefällt, damit er nicht in die Hände von Maibaumdieben gelangt.

Das Maibaumstehlen
Das Maibaumstehlen wird vielerorts noch ausgeübt. Deshalb gibt es die sogenannte Maibaumwache. Das heißt, der noch nicht aufgestellte Maibaum muss bis zum 1. Mai Tag und Nacht bewacht werden. Ist dies nicht der Fall, kann es sein, dass der Baum über Nacht spurlos verschwindet. Die Maibaumdiebe, meist junge Burschen vom Nachbarort, spionieren bereits Tage vorher das Versteck aus. Es gibt natürlich Regeln, die beim Maibaumklau eingehalten werden müssen. Werden die Diebe noch im Gemeindegebiet entdeckt, gilt der Diebstahl als gescheitert und die Diebe müssen den Maibaum ohne Auslöse zurückgeben. Gelingt es den Burschen den geklauten Maibaum außerhalb des Gemeindebereichs zu schaffen, muss der Baum von den Beklauten ausgelöst werden, meist gegen eine zünftige Brotzeit mit Bier. Es hat auch Tradition, dass die Maibaumdiebe beim Maibaumaufstellen mit vereinten Kräften mithelfen.

Der Maibaum
Ursprünglich ist der Maibaum ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol. Heutzutage entsteht schon fast ein Wettkampf um den höchsten Baum. Es gibt auch Unterschiede im Aussehen. Üblich erstrahlt er in weiß-blau, aber immer mehr sieht man den Maibaum in seiner natürlichen Farbe (nur die Baumrinde ist entfernt). An der Spitze ist mancherorts sogar noch der Baumwipfel erhalten.

Das Maibaumaufstellen
Am 1. Mai trifft sich der ganze Ort, um beim Aufstellen zu helfen oder die Männer anzufeuern. Denn das Maibaumaufstellen erfordert von den Burschen viel Muskelkraft, Ausdauer und Erfahrung. Technische Hilfsmittel sind tabu. Nur mithilfe von Stangenpaare, die sogenannten "Schwalben" wird der Maibaum immer höher gehoben. Bis der Baum endgültig steht, können schon ein paar Stunden vergehen.

Maitanz
Bei zünftiger Blasmusik mit Brotzeit und Bier klingt das Fest aus. In Wolfratshausen wird anschließend zum "Tanz um den Maibaum" geladen. Andererorts findet am Abend ein Maitanz statt, wo sich alt und jung wieder zum Tanzen trifft.

 

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)