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Pferdewallfahrten zu Ehren des Hl. Leonhard

Leonhardi im Tölzer Land

Ein fester Bestandteil im bäuerlichen Leben im Tölzer Land sind die Pferdewallfahrten zu Ehren des Heiligen Leonhard.

Der Hl. Leonhard wird weithin als Patron der Gefangenen und vor allem der (Haus-)Tiere verehrt. Leonhard von Limoges, (um 500 n.Chr.)*, auch Leonhard von Noblat genannt, war ein im fränkischen Reich geborener und am Hof der Merowinger erzogener Adelssohn. Gemäß einer im 11. Jahrhundert verfassten Biografie taufte und erzog ihn der Erzbischof Remigius von Reims (440-534). Von Mitleid erfüllt, suchte der junge Leonhard regelmäßig Gefangene auf und sprach erfolgreich für ihre Freilassung bei König Chlodwig I. bzw. Chlothar I. vor. Später lehnte er die ihm angebotene Bischofswürde ab, um sich als Einsiedler in einen Wald bei  Limoges zurückzuziehen. Von hier aus begann er, für Kranke und Hilfsbedürftige zu predigen. Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhards oder durch an ihn gerichtete Fürbitten sowohl vor als auch nach dessen Tod auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen. Sein Gedenktag ist der 6. November.

Ab dem 11. Jahrhundert wurde  dem Hl. Leonhard in Altbayern besondere Verehrung zuteil, wo er als Nothelfer und vor allem als Patron und Fürsprecher für das Vieh und insbesondere den Pferden gilt.

  • Besonders berühmt ist die Leonhardifahrt in Bad Tölz. Denn als größte Leonhardifahrt Oberbayerns und eine der schönsten Pferdewallfahrten Deutschlands, zieht sie alljährlich Zehntausende von Zuschauern in ihren Bann. Zu Ehren des heiligen Viehpatrons St. Leonhard finden sich in den frühen Morgenstunden des 6. Novembers über 70 festlich geschmückte vierspännige Truhen- und Tafelwagen sowie mehrere hundert Pferde mit vielen Mitwirkenden in alter Tracht im Kurviertel ein. Sie ziehen in genau festgelegter Reihenfolge durch die Marktstraße hinauf auf den Kalvarienberg, zur Leonhardskapelle wo ein Gottesdienst mit Segnung der Mitwirkenden stattfindet, bevor es nach zweimaliger Umrundung der 1718 erbauten Leonhardikapelle wieder in die Marktstraße geht. Auf dem Rückweg geht’s die von behäbigen und mit Lüftlmalerei geschmückten Bürgerhäusern gesäumte Marktstraße mitunter in wildem Galopp in Richtung Mühlfeldkirche. Zusätzlich signalisieren die „Goaßlschnalzer“ lautstark mit ihren Peitschen, dass die Leonhardifahrt zu einem guten Abschluss gekommen ist.
  • Weniger touristisch, aber nicht minder feierlich geht es in Benediktbeuern zu. Denn auch in diesem Klosterdorf wird die Pferdesegnung alljährlich im November von Bauern, Bäuerinnen und Vereinen in Festtagskleidern sowie mit viel Schmuck für Rösser vom Pony bis zum Kaltblüter zelebriert. Am ersten November Sonntag startet die Wallfahrt zu Ehren des Hl. Leonhard mit ca. 50 Wagen und ca. 250 Pferden von der Dorfmitte in den Innenhof des Klosters Benediktbeuern. Dort findet um 10.00 Uhr ein Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika statt. Nach dem Gottesdienst Rückfahrt der Wallfahrer über den Ortsteil Pechlern und weiter auf der Bundesstraße zurück zum Dorfplatz. Anschließend traditionelles "Goaßlschnalzn". Abends Leonharditanz im Postsaal.

Weitere Leonhardiritte gibt es in:

Aber auch im Sommer finden Pferdewallfahrten mit anschließender Pferdesegnung zu Ehren des Hl. Leonhard statt:

  • Egling, Kapelle in Harmating, 1. Samstag im Juli. In Egling findet auch der Pfingstritt nach Dettenhausen (Pfingstmontag, ab 13:00 Uhr) statt.
  • Dietramszell, Leonhardikirche, 3. Samstag im Juli, bei dem es rund um den "Lehards" ,wie das Fest zu Ehren des Hl. Leonhards im  Volksmund genannt wird, auch ein Bierzelt, Marktstandln und Schiffschaukeln, die die Kinderherzen höher schlagen lassen, gibt. In Dietramszell/Ascholding findet traditionell am Ostermontag, ab 13:00 Uhr ein Georgiritt statt.

Informationen zu den Terminen finden Sie auch in unserem Online-Veranstaltungskalender.
 

 

 

 

 

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)