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Archäologie im Tölzer Land

Das Ascholdinger Mädchen

Seit Mai 2011 ist im Tölzer Stadtmuseum ein besonderer Fund aus Ascholding zu sehen: das Skelett eines keltischen Mädchens ist ein Glanzstück des neukonzipierten Stadtmuseums.

Im Jahr 2000 erblickte sie zum zweiten Mal das Licht der Welt: Eine junge Frau, deren erstes Leben im ersten Jahrhundert n. Chr. ein frühes Ende fand. Bei Erdarbeiten unter seinem Haus stieß damals ein Bauer in Ascholding auf ihr Skelett und verständigte einen Fachmann, der den wissenschaftlich bedeutsamen Fund mit Hilfe eines Archäologenteams fachkundig barg.

Ein Jahrzehnt später sind die wissenschaftlichen Arbeiten der Anthropologischen Staatssammlung in München nun abgeschlossen. Der amerikanische Anthropologe George McGlynn konnte in dieser Zeit viele interessante Details ermitteln, die zumindest einen Teil der Lebensumstände des Mädchens erhellen. So geht McGlynn davon aus, dass Eisenmangel oder aber starker Parasitenbefall zu seinem frühen Tod führten. Ein stark verkürztes Schlüsselbein deutet außerdem auf die Dauerbelastung einer Körperseite hin, beispielsweise durch anstrengende Feldarbeit. Ein armes Bauernmädchen wird die junge Unbekannte dennoch nicht gewesen sein – zu teuer war der Schmuck, der ihr als Grabbeigabe angelegt worden war.

Viele andere Fragen werden jedoch freilich für immer offen bleiben. Zum Beispiel, wie das Mädchen hieß, ob es Geschwister hatte oder wer seine Eltern waren. Doch sicherlich machen diese Rätsel auch einen Teil der Faszination aus, der das „Ascholdinger Mädchen“ zu einem Publikumsmagneten des Stadtmuseums Bad Tölz machen wird. In einem von 14 neu konzipierten Raumeinheiten ist es seit dem 15. Mai 2011 erstmals für die Öffentlichkeit zu sehen.

Weitere Informationen:
Tourist-Information Bad Tölz, Max-Höfler-Platz 1, 83646 Bad Tölz, Telefon 08041/ 78 67-0, Fax 7867-56, E-Mail: info@bad-toelz.de, Internet: www.bad-toelz.de


 

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)